Kamishibai

Ursprünglich stammt das Kamishibai aus Japan und heißt übersetzt „Papiertheater". Entstanden ist diese Form des öffentlichen Theaters zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Die traditionellen Süßigkeitenhändler fuhren mit dem Fahrrad von Dorf zu Dorf und priesen den Kindern ihre Süßwaren an. Auf dem Lenker hatten sie das Papiertheater – das Kamishibai – angebracht, mit dem sie wundervolle Geschichten erzählten.

Der Verein energie: autark Kötschach-Mauthen" plante im Rathaus einen Lerngarten zu eröffnen und zu diesem Anlass sollte als Wettbewerb ein Kamishibai eingereicht werden. Wir waren erfreut, dass die 3. Klasse den 1. Platz erreichte.
Hier sind Bilder und Text zu unserer Energiegeschichte zu sehen:

Die Energiepioniere

Unsere Geschichte beginnt nicht mit: „Es war einmal…", denn das, was wir zu erzählen haben, spielt sich in der Zukunft ab, allerdings auch nicht in ganz, ganz ferner Zeit, sondern in naher Zukunft.

Zu dieser Zeit herrscht ein riesiges Chaos auf der ganzen Welt: Alle Maschinen stehen still. Die Fabriken sind geschlossen. Flugzeuge, Autos, Schiffe und Züge bewegen sich nicht mehr. Beleuchtung und Heizung sind ausgefallen.

Katastrophale Zustände herrschen, wohin man auch blickt.










Zugesperrte Fabriken bedeuten: keine Produkte können hergestellt werden und keine Arbeit. Keine Arbeit wiederum bedeutet: keine Einnahmen. Mancherorts leidet man sogar an Hungersnot. Viele Jugendliche jammern, weil sie alte Klamotten auftragen müssen, da es keine modernen gibt. Bildschirme bleiben schwarz. Fortbewegen kann man sich nur per Fahrrad oder zu Fuß. In Gegenden, wo der Winter eine dicke Schneedecke und Kälte mit sich bringt, frieren die Menschen und gehen zu Bett, sobald es dunkel wird.

Wisst ihr warum das so ist?

Alle fossilen Energiequellen sind aufgebraucht worden!

„Wir werden wieder zurückfallen zu den Anfängen der Menschheit. Wir werden in Höhlen hausen müssen. Unsere Nahrung werden wir jagen und sammeln und Felle werden uns kleiden. Wärme und Licht wird uns das Feuer spenden", befürchten Zukunftsforscher.

Es würde noch lange dauern, all das Elend aufzuzeigen, das sich zu dieser Zeit auf der ganzen Erde ausgebreitet hat.

Auf der ganzen Erde?

Nein!

In einer kleinen Gemeinde im Süden Österreichs, dort lebt man nach wie vor glücklich und zufrieden. Dort fährt man noch zur Arbeit, in den Geschäften gibt es die neueste Mode, jeder hat im Übermaß zu essen und vor allem, die Computer und Fernseher vertreiben den Kindern noch die Freizeit. In den Wohnungen brennt Licht und es ist wohlig warm.

„Wie kann das nur sein?", fragen sich die armen Menschen in den Nachbarorten.

„Das geht wohl nicht mit rechten Dingen zu!", behaupten gar einige.

Und ein Landstreicher erzählt überall herum: „Ich habe gesehen, wie ein Zaubertrank gebraut und unter der Bevölkerung verteilt worden ist."

Alles Lüge!

Der wahre Grund, warum in dieser Gemeinde noch alles in Ordnung ist, ist ein ganz anderer:

Weil gerade in dieser Gemeinde viele kluge Köpfe am Werk sind, haben diese schon rechtzeitig erkannt, dass fossile Energieträger nicht für die Zukunft geeignet sind.

Und deshalb hat man rechtzeitig umgestellt auf erneuerbare Energie.

Den Strom gewinnt man durch die Kraft des Wassers, des Windes, der Sonne beziehungsweise einer Biogasanlage. Heizungen laufen schon längst mit erneuerbaren Brennstoffen, über Erd- oder Luftwärme und über die Wärme der Sonne.

Und das Beste ist: Diese Gemeinde hat sich schon lange Energie autark gemacht.

Außer, dass die Bewohner dieser Gemeinde kluge Leute sind, sind sie auch noch hilfsbereit und gar nicht eigennützig.

Seit sie von der verzwickten Lage der Welt um sie herum erfahren haben, sind sie unermüdlich bestrebt, ihr Wissen über erneuerbare Energiegewinnung weiterzugeben.

Deshalb lädt der Bürgermeister alle Interessierten ein zu kommen, sich bei Fachleuten zu informieren und sich umzusehen. Er selbst fährt aber auch hinaus und berichtet darüber, wie man ohne fossile Energie sehr gut leben kann.

Bald kommen die ersten Neugierigen, zunächst nur aus den Nachbargemeinden, später dann aus dem ganzen Land, schließlich auch aus den anderen Ländern und die Letzten, die eintreffen, kommen gar aus fernen Kontinenten.

Alle staunen. Etliche greifen sich auf den Kopf und fragen sich, warum ihnen das nicht auch eingefallen ist. Sie reisen wieder ab, sobald sie alles begutachtet haben, um das Gelernte in ihren Ländern genauso umzusetzen.

Einige Jahre vergehen - und siehe da - allen geht es wieder gut!

Dort, wo ein Land reich mit Wasser gesegnet ist, nutzt man die Wasserkraft zur Energiegewinnung.

Dort, wo fast das ganze Jahr die Sonne scheint, nutzt man diese Energiequelle.

Dort, wo fast das ganze Land dicht bewaldet ist, nutzt man das Holz.

Und dort, wo das Land ganz flach ist und ständig Winde wehen, nutzt man deren Kraft.

Eine kleine Gemeinde im Süden Österreichs hat also die Welt davor bewahrt, in die Steinzeit zurückzufallen.

Als Dank dafür werden die Bewohner nun mit Geschenken überhäuft und der Bürgermeister wird mit der höchsten Verdienstmedaille geehrt, die es zu vergeben gibt.

In seiner Dankesansprache sind seine letzten Worte:

„Ich hoffe, die Menschheit wird in Zukunft unseren Weg weitergehen. Es werden sich bestimmt noch weitere Möglichkeiten auftun, alternativ Energie zu gewinnen. Forscht danach! Und vor allem: Verschleudert Energie nicht, geht sparsam damit um, dann wird es euch nie mehr schlecht ergehen!"